Montag, 29. August 2011

Ich bereue nichts!

Entschuldigt, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, aber so langsam kommt die Routine rein in ein sehr spannendes, neues Leben.

Falls ihr euch immer noch Sorgen um mich macht (ich hab ziemlich viele besorgte Nachrichten bekoomen wegen meinem letzten Post): Das war nur ein Tag. Und am naechsten sah die Welt schon wieder perfekt aus. Ich weiss nicht, ob das das Letzte in Sachen Heimweh war, aber ich koennte mir nicht vorstellen, dass das wiederkommt. Mittlerweile hab ich in jeder meiner Stunden Freunde mit denen ich quatsche und Spass hab. Auch mit meiner Familie ist nach wie vor alles bestens, langsam beginne ich mich wirklich als einen Teil der Familie zu sehen, genauso wie sie. Ich nenne sie jetzt Familie aber zu Mum und Dad konnte ich mich noch nicht ueberwinden. Ich erwarte schon den Tag, an dem es mir einfach rausrutscht und ein wunderbares Laecheln auf deren Lippen zaubert.

Das bedeutet nicht, dass ich meine richtige Familie vergessen habe. Ich denke immer noch jeden Tag an sie, und, was eigentlich jeder weiss, niemand kann die richtige Familie ersetzen. Das will ich auch gar nicht. Es ist einfach schwer zu erklaeren...

Letztes Wochenende hatte ich ein Treffen mit den anderen Austauschschuelern von meiner Organisation. Es war ziemlich witzig, besonders, weil ich total viele schon kannte, da die meisten auf meiner Schule sind.

Die letzte Woche war gut, in der Schule hab ich immer noch nur A's und mit den Hausaufgaben ist es jetzt auch weniger geworden. Was mir hier auffaellt ist, dass ich wirklich fuers Leben lerne. Hier ein parr Beispiele: Business: Ich lerne, was wichtig ist, um erfolgreich im Job zu sein, worauf es wirklich ankommt. Government: Ueber aktuelle Politik Bescheid zu wissen, kann nie schaden. Psychology: Ich lerne wie ihr alle denkt und wie ich ein beeinflussen kann. Sehr hilfreich ;)
Oder Philosophy: Argumentieren... ich glaube kaum, dass meine Eltern jemals wieder eine Diskussion mit mir haben werden, in der ich nicht argumentieren werde. Ich leiste mir jetzt schon kleine Kaempfe mit meinem Lehrer und meistens hat er keine Chance :D

Ich bin jetzt im running Club und ich verbesser mich jedes Mal, was mich ziemlich stolz macht. Ich bin immer das erste Maedchen, was mich zusaetzlich pusht. Diese und naechste Woche werde ich ein parr der Aktivitaeten, die wir fuer mich gefunden haben, ausprobieren, sodass ich bald wahrscheinlich einen vollen Stundenplan haben werde.

Nun zum Wochenende: Ich hab mein aller-aller-aller-erstes Footballspiel gesehen! Zusammen mit Autumn, meiner Gastschwester, bin ich zu einem Spiel ihrer Schule gegangen. Es war ziemlich witzig einfach loszuschreien, egal, ob man weiss was grad los ist oder nicht ;)
Danach sind wir zu dem Tanzabend ihrer Schule gegangen, war eigentlich ziemlich gut organisiert, fast wie ein Club. Nur die Leute waren nicht so ganz mein Ding, die waren alle etwas jung. Ausserdem ist Autumn sehr schuechten, auch was das Tanzen angeht, sodass ich sie einfach zu einer Gruppe von Maedchen mitgeschleppt habe, sodass sie auch mal neue Menschen kennenlernt.

Am Samstag haben wir dann endlich einen Schreibtisch+ Zubehoer fuer mein Zimmer gekauft und eine neue Anlage! Passt alles sehr gut hier rein, ich bin sehr zufrieden. Danach hab ich mich mit dem finnischen Austausmaedchen zum shoppen in der Mall getroffen. War ziemlich witzig, ich versteh mich sehr gut mit ihr. Leider musste sie schon um 7 Uhr gehen, sodass ich 1 1/2 Stunden aud Julie, die Norwegerin und zwei Jungs aus meiner Schule gewartet hab. Wir sind dann zusammen ins Kino und haben "Captain America" gesehen, das Ende war depremierend. Trotzdem wars ein sehr lustiger und ereignissreicher Tag.
And finally, Sunday: Wir sind in die Berge gefahren, um dort Verwandte zu treffen und zusammen einfach Spass zu haben. Wir haben uns ein ruhiges Plaetzchen mit einem herrlichen Ausblick gesucht, wo wir dann gegrillt, Badminton oder Football gespielt oder auf einer Art Schaukel die verruecktesten Sachen gemacht haben. Dann sind Noelle, Karen, "Tante" Daniela und ich wandern gegangen, rauf aud die Spitze. Der Ausblick war atemberaubend, kein Foto koennte diese Schoenheit festhalten. Ich habs trotzdem versucht :)
Nach diesem Erlebnis sind wir dann in ein kleines Dorf dort oben gefahren, wo wir die groessten Cookies meines Lebens gegessen haben! Die waren groesser als meine gesamte Hand! Und in ziemlich vielen Sorten. Ich werd einen neuen Ordner auf Facebook eroeffnen, wo ihr endlich ein parr Bilder sehen koennt.
Gegen Abend gings dann ab nach Hause, wo mich meine Hausaufgaben schon sehnlich erwartet haben. Aber nichts desto trotz ein wunder-wunder-wundervolles Wochenende und ueberhaupt eine wundervolle Zeit!!

Also, ihr hoert von mir!
Bis bald,
eure Karo

Mittwoch, 17. August 2011

Cultureshock vom Feinsten!

Hallo ihr Lieben,

der Grund, warum ich diesen Post hier frueher veroeffentliche als sonst, is, dass ich dieses Erlebnis unbedingt hervorheben und mit euch teilen will.

Wir hatten heute "half day" at school. also nur sehr kurz und als ich da raus kam, dachte ich, dass ich am liebsten die gesamte Schule wechseln will! Ich fuehl mich selber ein bisschen verar@#$t, immerhin bin ich ja diejenige, die erst letzte Woche so sehr von ihrer Schuele geschwaermt hat. Aber der Grund fuer meinen emotionalen Tiefgang waren nicht etwa die Lehrer oder der Unterricht, beides ist einzigartig und prima, sondern meine Mitschueler.
Sie sind alle sehr nett zu mir, wirklich. Sie reden mit mir, machen mir Komplimente.. blabla...
Das Problem ist, dass ich mir nicht vorstellen kann, mit einem von denen nachmittags was zu machen. Da ist einfach keiner auf meiner Wellenlaenge.
Ausser natuerlich Maria, das andere Maedchen aus Deutschland. Wir kommen prima miteinander klar und ich kann mit ihr auch ueber solche Sachen reden. Sie fuehlt sich genauso wie ich. Aber andere Leute... ich weiss nicht...ich glaub, meine schule ist einfach zu klein. Wir sind grade mal 200 Leute auf der Highschool. 11 davon sind Austauschschueler. Vielleicht sollte ich die mal auflisten, zumindest die Nationalitaeten: 2x Norwegen, 2x Thailand, 3x Deutschland, Finnland, Japan, Daenemark, Israel. Zudem kam noch, dass eine der Norwegerinnen mir den einzigen Typen, der fuer mich in Frage kaeme, weggeschnappt hat! GRRR!!

Wie auch immer, ich wollte nach diesem Tag einfach nur heulen, es ist schwer zu beschreiben, aber natuerlich musste ich an meine Freunde in Deutschland denken und wie schoen mein Alltag dort doch war und solche Sachen halt.

Noch schlimmer ist es, wenn du nichts hast, womit du dich ablenken kannst. Ich hab ca 2 Stunden in meinem Zimmer gesessen, Musik gehoert und dabei Solitaer gespielt. Oh yeah! Best time of your life!! -.-

Bissssssss...ja, bis mein Gastvater dann nach Hause kam. Er hat mich natuerlich gefragt, wie mein Tag so war und ich meinte "ok", aber er hat sofort gewusst, dass etwas nicht stimmt, also haben wir uns hingesetzt und ich hab ihm alles erzaehlt. Schon allein das hat unheimlich viel geholfen. Dan haben wir nach Loesungen gesucht, was ich aendern koennte und wir kamen zum Entschluss, dass Nachmittagsaktivitaeten das Beste fuer mich waeren.

Dann gabs Essen und weil ich mich wieder richtig gut fuehlte, haben wir auch richtig viel gelacht und wir haben uns wieder so einiges erzaehlt.

Danach bin ich in mein Zimmer gegangen, wollte nichts Besonderes machen.
Ploetzlich kamen dann alle rein und wir haben auf meinem Bett einen "Redekreis" gemacht und gemeinsam nach Aktiviteaten und Clubs gesucht und so einiges zusammengetragen.
Ich fand das so suess von denen und ich hab mich zum ersten Mal bewusst als ein Teil der Familie gefuehlt. Ich wusste, dass immer jemand da ist zum reden UND handeln und dass ich immer zu ihnen kommen kann, egal um was es geht. Das war einfach nur zu wunderbar, sodass ich jetzt anstatt mit Treanen in den Augen mit einem fetten Grinsen im Gesicht schlafen gehen werde :)

Montag, 15. August 2011

Zeit ist hier irgendwie unwichtig, belanglos. Ansonsten wuerde ich merken, dass wieder eine Woche an mir vorbeigeflogen ist. Vielleicht habt ihr's bemerkt, ich kann es selbst kaum glauben: der erste Monat ist rum! Genau um diese Uhrzeit lag ich vor vier Wochen zum ersten Mal in diesem Bett. In der Zwischenzeit ist so unheimlich viel passiert... ich haette mir das nie so vorgestellt. Nicht, dass es gut oder schlecht ist, es ist irgendwie perfekt.

Nach diesem melancholischen Einstieg folgt mein woechentlicher Report:

In der Schule schreiben wir jetzt die ersten Tests, aber alles online auf unseren Laptops, also bye bye Arbeitsblaetter. Grundsaetzlich sind die Tests sehr einfach, wenn man dem Unterricht gefolgt ist. Ich musste feststellen, dass mir die Schule Spass macht und dass ich gluecklich bin. Haltet mich fuer verrueckt (tu ich selber) aber es ist nunmal so.
Ich weiss nicht, woran es liegt, aber ich vermute stark, dass es die Lehrer ausmachen. Die sind hier viel lockerer. Nicht, dass sie dir alles durchgehen lassen oder so, aber, ich mein, sie singen und tanzen im Unterricht, erzaehlen ihre Lebensgeschichten und fragen dich, wie es dir geht. ( Natuerlich tun sie das nicht andauernd) Die Schueler respektieren sich gegenseitig und es wird nicht auf Aussehen oder Mode geachtet. Das Oberflaechliche, was ich von Berlin kenne, gibts hier ueberhaupt nicht. Natuerlich, es gibt die Kleinkriege zwischen Freshments und Seniors/Juniors, aber auch das ist eher wie ein Streit unter Geschwistern.
Ich hoffe, dass das deutsche Schulsystem ein parr Fortschritte macht. Was den Lernfaktor angeht, ist es zu viel und was den Spassfaktor angeht, ost es zu wenig. Klar, hoert sich an wie der Wunsch jedes Schuelers, aber ich habe den Vergleich! Und ich besuche in beiden Laendern, Deutschland und Arizona, hoch anerkannte Schulen. Der Unterschied besteht nur darin, dass ich hier in Arizona stolz auf meine Schule bin. Ok, vielleicht habt ihr jetzt einen kleinen Eindruck wie es ist, wenn man vom amerikanischen schoolspirit gepackt wird ;)

Auch mein wochenende war wundervoll!
Am Freitag hab ich entspannt und ein bisschen Hausaufgaben gemacht, aber am Samstag hatte ich volles Programm: Wir hatten einen Carwash organisiert, um Geld fuer unseren Seniortrip nach Florida zu sammeln. Ich war groesstenteils das Maedchen, das am Strassenrand steht und Autofahrer auf sich aufmerksam macht. Fast alle Mittel sind legal ;)
Alles in allem wars ziemlich witzig, aber der Rest des Tages war noch besser. Ich hab mir dann Maria, ein anderes Austauschmaedchen aus Deutschland, geschnappt und wir sind zuerst zum Haus meiner Gastschwester Noelle, wo wir dann groesstenteils im Pool gechillt haben. Oma und Opa sind auch gekommen. Wir wurden ziemlich viele, da Noelles neue Mitbewohnerin angekommen ist. Danach gings zu sechst ( also meine Gasteltern Karen und Todd, meine andere Gastschwester Autumn und ihre Freundin, und letztendlich Maria und ich) zu einer Pizzaria gefahren, wo wir die groesste Pizza meines Lebens bestellt haben. Yummi!! :D Als es dann schon abend wurde sind wir nach downtown gefahren, wo ein wundervolles Strassenfestival war. Mit Musik und Taenzen und Staenden und all so ein Kram. Ich hab zum ersten Mal seit meiner Ankunft hier richtige Menschenmassen gesehen und dann auch realisiert, wie sehr mir das gefehlt hat. Ich bin sowas einfach gewoehnt von Berlin. Maria hat bei mir uebernachtet, aber wir waren so muede, dass wir sofort eingeschlafen sind. Am Sonntag haben wir dann alle zusammen gefruehstueckt. Es gab monkeybread, eine ziemlich suesse Brotvariante, aber es war trotzdem lecker. Am Nachmittag sind wir dann zu einem exchangestudent-meeting gefahren, wo ich viele aus meiner Schule wiedergesehen habe. Jeder sollte ein Gericht, das typisch fuer sein land ist, mitbringen und ich hab Kuerbisbrot gebacken. Es schien ziemlich gut zu sein, da beide Brote nach ca 20 Minuten weg waren. Natuerlich hab ich auch neue Austauschschueller kennengelernt und dann gabs natuerlich noch so eine Vorstellungsrunde, aber alles in einem ein sehr schoener Tag.

Was ich auch noch erwaehnen will, ist das erste Skypetelefonat mit meiner Familie. Es tat gut, sie alle mal wiederzusehen, auch wenn man die Pixel zaehlen koennte. Ich versuch jetzt, dass moeglichst regelmaessig zu machen, wahrscheinlich mal am Wochenende oder so. Davor haben wir nur einmal fuer 15 Minuten telefoniert und uns vielleicht 3 Mails geschrieben, was meines Erachtens nach ziemlich rar ist. Naja.

Eine letzte Sache noch: Vielleicht ist einigen von euch aufgefallen, dass ich zum ersten Mal die Namen meiner neuen Familie genannt habe. Das war Absicht und kommt daher, dass ich mit den Namen warten wollte, bis ich alle ein bisschen besser kenne. Fuer mich war das immer noch eine Art der Distanz. Diese hab ich jetzt aber groesstenteils abgelegt und ich beginne, diese Menschen in mein Herz zu schliessen.
An meine Familie: Nein, ich habe euch nicht vergessen, nein, das werde ich auch nie machen und ja, ich liebe euch auch! :)

Also, hoffe, ich unterhalte euch ein bisschen.
Waere nett, mal ein kleines feedback zu bekommen, damit ich ungefaehr weiss, wie sehr ich euch langweil ;)
Alles Liebe,
eure Karo!

Sonntag, 7. August 2011

Neue Freunde

Und wieder einmal ist eine Woche vergangen. Vielleicht fliesst die Zeit hier in Arizona ja schneller...

Die Schulwoche war in Ordnung. Der Unterricht ist interessant, besonders wenn Lehrer tanzen als waeren sie ein schwangeres Teletubby oder versuchen, Deutsch zu lernen.
Ich hab meine ersten Noten bekommen, alles As, also Bestnoten :D
Leider bekommen wir hier unheimlich viele Hausaufgaben, was mich manchmal den ganzen Tag kostet. Deswegen kann ich auch nicht den Volleyball-Kurs belegen, das waeren rund 16 Stunden in der Woche und definitiv zu viel.
Aber ich geh jeden zweiten Morgen joggen, sodass ich in Form bleibe.

Ich lern immer mehr Menschen kennen, sodass ich z.B. an der Bushaltestelle nicht mehr alleine bin, sondern immer jemanden zum quatschen habe.
Wir haben ausserdem eine weitere Austauschschuelerin aus Thailand bekommen, also sind wir jetzt 6. Diese Woche soll noch ein Maedchen aus Norwegen kommen.

Das Wochenende hatte extreme Hoehen und Tiefen:

Am Freitag sind zwei der Austauschmaedchen und ich in den letzten Harry Potter-Film gegangen. Ich fand ihn auf jeden Fall besser als die letzten Teile, obwohl er mich auch depressiv gemacht hat. (all die Leichen, ihr wisst, was ich meine...) Wir kamen dann auch in den Genuss von salzigem Popcorn mit Butter, was absolut nicht mein Geschmack ist!
Danach sind wir noch essen gegangen und haben eine meiner Mitschuelerinnen und ihre Eltern getroffen. Die Eltern sind streng katholisch, sodass sie ihr noch nicht mal erlauben, Harry Potter zu schauen, weil das "unchristlich" ist... Leute gibts...
Die eine Austauschschuelerin (ebenfalls aus Deutschland) hat dann bei mir uebernachtet und wir hatten unheimlich viel Spass damit, uns Namen fuer unsere Zukuenftigen auszudenken. Unser Favorit war Hecktor!! Ich muss immernoch lachen.

Am Samstag sind wir dann zusammen mit meiner Gastschwester in die Mall zum shoppen. Zuerst war der Plan perfekt, aber dann hat sich meine Gastschwester einfach selbst eingeladen, was uns dann ziemlich runtergeholt hat. Wirklich, ich mag meine kleine Schwester, aber wir haben halt nen komplett unterschiedlichen Kleidungsstil, sodass sie uns eigentlich nur hinterhergelaufen ist, was uns wiederrum ein schlechtes Gewissen gemacht hat. Also hab ich ihr vorgeschlagen, dass sie sich was aussuchen kann und ich es ihr dann kaufe (sie hatte kaum Geld dabei und zudem bald Geburtstag), aber Fehlanzeige. Sie wollte NIX! Dann hab ich sie einfach zum Essen eingeladen. Insgesamt fand ichs trotzdem witzig, sodass ich mich eigentlich nicht beklagen kann.
Meine Gastmutter hat uns dann abgeholt und da kommt schon das Extrem-Tief der Woche: Ich sitz grad vorm Rechner als mein Gastvater herreinstuermt und seine Hand verdeckt, wobei er meiner Schwester zuruft, dass sie Mum suchen soll, damit sie ins Krankenhaus fahren koennen.
Ich, total geschockt, hinterher und frag was ich tun kann. Dann hab ich ihm Eis gebracht und er erzaehlt mir, dass er sich mit der Kreissaege ein Stueck vom Finder abgeschnitten hat. Amen!
Zuerst konnten wir meine Gastmutter nicht finden, weil sie mit den Hunden draussen war, aber danach ging alles ganz schnell.
Meine beiden Gastschwestern und ich sind zu Hause geblieben und haben bis in die Nacht hinein gewartet, bis die Beiden zurueck kommen.
Endlich kamen sie zurueck und es ist halb so schlimm, wie es sich anhoert. Mein Gastvater hat sich ca einen halben Zentimeter laengs des Fingers abgeschnitten, aber weder Knochen noch Sehnen sind beschaedigt, sodass "nur" das Fleisch nachwachsen muss.

Diese nacht hab ich nicht gut geschlafen, zu viel Stress auf einmal.
Gott sei Dank hab ich immer einen der 4 Hunde um mich herrum, sodass ich was zum knuddeln hatte.

Am Morgen wollte mein Gastvater dann mit mir einen Laptop kaufen und nachdem er mir ca. 100 mal versichert hat, dass er in Ordnung ist, sind wir losgefahren. Nach knapp 5 Stunden und einem wundervollem Essen im "red Lobster" sind wir dann bewaffnet mit einem Laptop, einem Laptopbrett, einem Geschenk fuer meine Gastschwester und einigen anderen Sachen zurueckgekommen.
Zu Hause bin ich dann kurz bei Facebook online und siehe da, eine Freundschaftsanfrage von meinem Bruderherz! Wir haben dann ne Weile geschrieben, aber ich musste dann noch Hausaufgaben machen und letztendlich den Laptop installieren, sodass ich nicht viel Zeit hatte. Jetzt ist alles fertig und ich warte sehnsuechtig aus morgen Nachmittag, wenn ich dann zum ersten Mal mit meiner Familie skypen kann!

Also, bis in einer Woche, eventuell frueher.
Liebe Gruesse,

eure Karo

Montag, 1. August 2011

Familie geht ueber alles!

Und wieder sind vier, fuenf Tage verstrichen. Oder war es eine Woche?
Egal, ich fuehl mich, als waeren es Monate.
Meine erste, richtige Schulwoche hab ich hinter mir.
Es war spannend, witzig, interessant, aufregend, einfach unbeschreiblich.
Ich vermisse die Schule!!! ich kanns kaum glauben, aber es macht so viel Spass!! Ich hab jetzt schon einige Freunde und mit vielen ab ich auch die selben Stunden. Der Unterricht ist interessant, was vielleicht daran liegt, dass ich nur Faecher habe, die mich interessieren :D
Fast taeglich lern ich neue nette Leute kennen und ich beginne jetzt auch, mich schon nachmittags mit ihnen zu treffen. Ich weiss nicht, ob ichs schon erwaehnt hab, aber ich hab immer montags Gitarrenunterricht zusammen mit meiner Gastschwester.
Da ich mir schon ein parr Dinge selber beigebraucht habe, sind wir auf dem gleichem Level. Unser Lehrer ist ein alter Hippi, der fuer die Beatles lebt. Es kann also nur Spass machen.

So, dass zu meinem Leben unter der Woche.
Jetzt kommen wir zu dem wesentlich spannenderen Wochenende:
Wie schon gesagt, wollten meine Gastfamilie mit ein parr anderen Verwandten und Freunden an den See fahren. Letztendlich wurden wir knapp 20 Leute mit jeder Altersgruppe vertreten.
Wir haben unser riesiges Wohnmobil und ein Zelt mitgenommen.
Wir sind Donnerstag Abend losgefahren, sodass wir spaet in der Nacht ankamen. (aufmerksamen Lesern ist aufgefallen, dass ich fuer Freitag von der Schule entschuldigt wurde, hat sich gelohnt ;D)
Die erste Nacht war etwas holprig, da wir alle, also 7 Leute (Gasteltern, Gastschwestern mit jeweils einer Freundin und ich) in dem Wohnmobil geschlafen haben. Da hab ich auch meine zweite, 20-jaehrige Gastschwester kennengelernt. Sie ist sehr nett und unheimlich witzig. Sie hat eine Freundin aus ihrem Camp mitgebraucht, die ebenfalls deutsch war, sodass ich mal wieder etwas Heimatsprache aufgeschnappt habe.
Am Morgen gings dann gleich ab an den See, baden, Jetski uuuuuundd... Trommelwirbel.... kneeboarding! Schon nach dem dritten Mal hatte ich den Bogen raus und dann gabs kein Halten mehr. Es macht unheimlich viel Spass und wenn man dann noch zu zweit ist, ist es perfekt.
Am Abend haben wir dann ein Lagerfeur gemacht und dann hab ich s'mores probiert: geroesteter Marshmellow und Schokolade zwischen zwei Zimt-Butterkeksen. Es ist genauso suess wie es sich anhoert und deswegen hatte ich schon nach einem Ding den totalen Zuckerflash.
Am naechsten Tag waren wir wieder schwimmen, der See ist wunder-wunderschoen. Ich hoffe, ich kann ein parr Bilder hochladen, aber im Moment spinnt das Internet ein bisschen.
An diesem Tag hab ich die Intertube ausprobiert, ein grosser aufgepumpter Kreis, auf dem man sich festhalten muss, waehrend man vom Speedboot gezogen wird. Die Dinger sind verdammt lustig, wenn entweder ganz viele oder ganz wenige Personen drauf sind.
Als ich genug davon hatte, bin ich aufs Boot gegangen und dann hat mich mein "Gastonkel" (keine Ahnung, wie ich ihn anders nennen soll) gefragt, ob ich denn nicht mal das Speedboot fahren will... ooooh jaaaa! Es war einfach unbeschreiblich! Ich hab dann mit seiner Erlaubniss das Gas richtig aufgedreht und ab ging die Post.
Dieses Erlebniss wurde aber von einem noch besserem ueberschattet: Dem Jetski!! Auch den durfte ich alleine fahren und das war wirklich nicht mehr zu toppen! Nach dem Motto "aufdrehen, abgehen, durchdrehen" hatte ich einen der aufregensten Momente in meinem Leben.
Einen weiteren schoenen Moment hatte ich in einem Gespraech mit meinem Gastvater: Ich hab zum ersten mal ein, recht langes, fluessiges Gespraech auf englisch gefuehrt, ohne, dass mir ein Wort gefehlt hat oder ich nicht wusste, wie ich mich ausdruecken sollte. Yey
Denn Sonntag haben wir dann noch mit schwimmen und Jetski ausklingen lassen, dann gepackt und ab nach Hause.
Nach einer langen Nacht musste ich erstmal das alles hier loswerden und jetzt gehts ab an die Hausaufgaben!

Also, wie imer liebe Gruesse,
ich hoffe euch geht es mindestens genauso gut wie mir,
alles liebe,
eure Karo